20.06.2025 - 29.06.2025 

 

Wie man mit einer Vespa freiwillig 2835 km Landstraße fährt und dabei auch noch Spaß hat

Die Vespa GTV „Maja“, Baujahr 2022, wurde nach ihrer Taufe sofort zur rollenden Wohltätigkeitsmaschine erklärt. Seitdem fährt sie nicht einfach nur herum — nein, sie sammelt neben Kilometern auch Spenden für den guten Zweck.

 

Nachdem 2024 bei gefühlt arktischen Bedingungen die Strecke Wels–Luxemburg–Wels absolviert wurde, dachte sich Besitzerin Sandy offenbar:
„Was kann nach Dauerregen und Erfrierungsgefahr noch schlimmer werden?“


Richtig: Österreich komplett umrunden. Natürlich auf der Vespa. Natürlich ohne Autobahn.

Also startete das Abenteuer am 20.06.2025 bei Kaiserwetter in Wels. Von dort ging es gemütlich über Landstraßen Richtung Tirol. Über das Hahntenjoch kämpfte sich Maja tapfer ins Ländle, wo weder der berühmte Bregenzerwälder Käse noch das Wälderbähnle ausgelassen wurden. Schließlich braucht auch eine Vespa kulturelle Weiterbildung.

 

Am Abend vor dem offiziellen Start wurde mit dem Vespa Club Rorschach gefeiert. Karin Larcher aus der Schweiz erklärte sich sogar bereit, die komplette Tour mitzufahren — entweder aus Abenteuerlust oder weil sie den Wetterbericht nicht gelesen hatte. Immerhin wurde die Spendendose dabei schon ordentlich gefüttert.

Am Sonntag hieß es dann: Abfahrt!


Einige Vespisti verabschiedeten die Truppe am Hafen in Bregenz, bevor es zum westlichsten Punkt Österreichs nach Bangs ging. Ja, Bangs gibt’s wirklich. Klingt erfunden, ist aber Vorarlberg.

Von Bangs ging’s weiter nach Bings. Nein, das ist kein Tippfehler. Österreich hat offensichtlich Spaß an Ortsnamen. Dort wartete schon das Rollerkommando Vöcklabruck mit Verpflegung.

 

Danach eskortierten die Amici della Vespa Tirolese die Gruppe über die schönsten Straßen Richtung Innsbruck — vermutlich auch über die kurvigsten, damit die Reifen was zu tun hatten.

Weiter durchs Zillertal, über den Gerlospass und ab in den Pinzgau. In Zell am See wurde die Spendendose kräftig gefüttert, bevor der berühmte „Glocknersturm“ begann. Und diesmal war das keine Übertreibung.

Gemeinsam mit Mitgliedern des Vespa Clubs Pinzgau ging es bei Sturm, Gewitter und vermutlich horizontalem Regen auf die Edelweißspitze. Komplett durchnässt wurde das Nachtquartier erreicht — eine Mischung aus Abenteuerurlaub und Textilwaschgang.


Die Belohnung: ein traumhafter Sonnenuntergang und Sonnenaufgang. Also zumindest für jene, die nicht zuerst ihre Schuhe ausleeren mussten.

Dienstag. Kurz geschlafen, weitergefahren.


Am Ossiacher See wartete „Vespa Beats for Charity“ — mit Kärntner Musik, Benzingesprächen und genug Essen, um auch die härtesten Landstraßen-Schäden seelisch zu reparieren. Die Spendendose wurde erneut schwerer, während die Augenringe größer wurden.

 

Über Bad Eisenkappel ging’s zum südlichsten Punkt Österreichs und weiter ins Schilcherland zur Scooteria Leibnitz. Dort empfingen steirische Vespisti die Reisegruppe standesgemäß — vermutlich mit Kernöl in der einen und einem Spritzer in der anderen Hand.

 

Ein Pflichtstopp bei Kurt in seiner Gelateria samt Museum durfte natürlich nicht fehlen. Danach führte die Tour zum östlichsten Punkt Österreichs nach Deutsch Jahrndorf und weiter durch die bucklige Welt. Ja, die heißt wirklich so — und nach einigen hundert Kilometern fühlte sich vermutlich auch jeder Rücken entsprechend bucklig an.

 

Durchs Weinviertel ging’s weiter bis zum nördlichsten Punkt in Rottal.
Am Samstag wurde schließlich Wien angesteuert. Die Donau wurde stilecht mit der Rollfähre bei Korneuburg überquert, bevor der Vespa Club Wien die Führung übernahm und gleichzeitig die Spendendose mit einer großzügigen Clubspende fütterte.

 

Die Nacht neben Schloss Schönbrunn war dann fast schon königlich — zumindest bis wieder jemand fragte:
„Wie viele Kilometer fahren wir morgen eigentlich noch?“

 

Die letzte Etappe führte durch die Wachau, durchs Mühlviertel und nach Schwertberg. Dort wurde nochmals fleißig gespendet, bevor die Stahlstadt Vespa die Eskorte nach Linz übernahm.

 

Am Ziel warteten bereits Vespisti und Vertreter des Vereins Marathon.

Dort wurde schließlich die tapfer gehütete Spendendose übergeben.

 

Die Bilanz der Tour:

9 Bundesländer

2835,2 Kilometer Landstraße

0 Kilometer Autobahn

unzählige Kurven

mehrere Wetterkatastrophen

vermutlich ein halber Reifen weniger

und sensationelle 8865,77 € Spenden für den Verein Marathon

 

Dank dieser verrückten Reise können auch weiterhin Menschen mit angeborenen Muskelerkrankungen und ihre Angehörigen unterstützt werden.

 

Oder anders gesagt:
Maja hat bewiesen, dass eine Vespa nicht nur laut knattern, sondern auch richtig viel Gutes tun kann. ❤️

 

Danke an alle UnterstützerInnen, MitfahrerInnen, SpenderInnen und alle, die unterwegs Kaffee, Kuchen oder trockene Kleidung organisiert haben.

 

Ein besonders herliches Danke ergeht an: Vespa Club Rorschach, Vespa Ausfahrten Schweiz, Rollerkommando Vöcklabruck, Amici Tirolese Vespa, Vespa Freunde Garmisch-Partenkirchen, Vespa Alp Days Charity, Vespa Club Pinzgau, Jasmin Katholnig (inkl. allen Partner zu Vespa Beats for charity), Paperino Classic, Old Vespa Crew Landskron, Vespa Freunde Kärnten, Scooteria Leibnitz, Vespazzi di Stiria; 16er Vespa Club Gleisdorf, Vespisti Weiz, Scootermania Weiz, Vespa Club Bruck/Mur, Vespa Club Oberwart, Vespa Club Wien, Club 46 Schwertberg, Stahlstadt Vespa sowie unzähligen weiteren Personen!